Montag, 7. Oktober 2013

Happy Birthday

Gestern war es soweit, ich hatte Geburtstag. Ich muss zugeben bereits in Deutschland habe ich mich nicht auf diesen Tag hier gefreut. In einem fremden Land, bei einer fremden Familie, wo man noch nicht lange ist, kann es ganz schön anders sein, als zu Hause. So wie man es gewohnt ist und wie man es mag, wirde es wohl kaum werden, vor allem nicht, wenn man erst so kurze Zeit, wie ich hier bin. Dies war mir bewusst, aber trotzdem habe ich mich auf meinen Geburtstag gefreut. Schließlich begann gestern ein neues Jahrzehnt für mich. Nun habe auch ich die zwei vorne stehen. Wie habe ich nun meinen Geburtstag auf isländisch gefeiert.
Zunächst ziemlich deutsch! Wie ihr eventuell aus meinem vorherigen Post entnommen habt, habe ich mit Jónína in meinen Geburtstag reingefeiert. Es war sehr schön, nicht alleine zu sein, ausserdem durfte ich dann bereits nachts mein erstes Geschenk entgegennehmen. Einen Gutschein fürs shoppen downtown :D Danke Jónína, nicht nur fürs Geschenk, sondern auch fürs ganze Wochenende.
Nachdem wir dann noch lange gequatscht haben, wurden wir dann morgens, nicht gerade spät von den zwei kleinen Rackern geweckt, die in Jónínas AuPair-Familie leben. Es war aber nicht ganz so schlimm, ausserdem sind die beiden Jungs auch ziemlich süß, was dann einiges wieder weg macht. Zum Frühstück gab es dann extra für mich Brötchen, Nutella und gekochte Eier. Mein Brötchen war sogar mit einer Kerze versehen. Das war das erste Mal, dass ich ein Geburtstagsbrötchen mit Kerze bekommen habe.
Als wir dann ein schönes deutsches Frühstück genossen durften, haben wir das super Wetter ausgenutzt. Es hatte zwar nachts leider nicht geschneit, was ich mir eigentlich sehr gewünscht hatte, aber die Sonne hat geschienen und es war ein herrlicher Herbsttag. Wir haben einen Spaziergang durch den Wald hinter der Uni gemacht und viele schöne Fotos mit Jónínas guter Kamera gemacht. Es war einfach nur wunderschön, wie die Landschaft aussah bei dem Sonnenlicht. Hier ist es sowieso immer wieder faszinierend, wie sich die Landschaft verändert, sobald die Lichtverhältnisse anders sind. Jedesmal sieht es anders aus.
Kein Schnee, aber immerhin Eis
Gegen Mittag bin ich dann langsam nach Hause gefahren, schließlich dachte ich mir vielleicht macht meine Familie ja auch noch was für mich an meinem Geburtstag. Es war leider nicht so wie erhofft. Mir wurde am Nachmittag deutlich, dass den Isländern nicht viel an Geburtstagen liegt, dies hatte ich bereits an Eymis Geburstag gemerkt, aber irgendwie habe ich doch noch gehofft, dass mein Geburtstag vielleicht ein bisschen mehr gefeiert wird, als wie ein ganz normaler Tag. Nun gut, wenn es hier nicht üblich ist, dann muss ich das akzeptieren, schließlich bin ich ja hier, um eine andere Kultur erleben zu dürfen.
Abends habe ich dann noch geskypt und Geburtstagswünsche entgegennehmen dürfen, es war sehr schön.
Meinen Isländerpulli habe ich leider noch nicht bekommen, er ist anscheinend wohl noch nicht fertig. Auch das Paket von zu Hause kann ich erst morgen von der Post abholen, aber ich freu mich schon riesig darauf und kann es gar nicht abwarten, morgen zur Post zu gehen.
Im Großen und Ganzen war mein Tag in Ordnung, vor allem der Morgen war schön, aber es ist einfach was anderes, wenn man zu Hause mit seiner Familie feiern darf. Darauf freue ich mich nächstes Jahr schon sehr. Also haltet euch alle den 6.10.14 frei, da feier ich meinen Geburtstag und zwar richtig mit leckerer Torte und Kuchen, mit Kaffe und Sekt.
Gestern Abend hätte ich wahrscheinlich gesagt, es war der zweitschlimmste Geburtstag meines Lebens, aber heute einen Tag später sehe ich es nicht mehr so. Er zählt nicht zu meinen Lieblingsgeburtstagen, aber dennoch war er etwas Besonderes, schließlich habe ich ihn in Island erleben dürfen, was wahrscheinlich nicht mehr so schnell wieder passiert.

An dieser Stelle möchte ich mich noch mal bei allen bedanken, die an mich gedacht haben, die mir geschrieben haben, die mit mir geskypt haben oder die mir persönlich gratuliert haben. Danke!!!



Sonntag, 6. Oktober 2013

Great day in Hofsós :)!

Gestern war Sport und Seigthseeing in Hofsós angesagt.
Nachdem ich eine halbe Stunde als geplant losgefahren bin, da Siggadora sich verspätet hat und ich Hjördis ja schlecht alleine lassen konnte, habe ich mich auf den Weg nach Hólar gemacht, um Jónína einzusammeln.
Schwimmen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt
Gemeinsam sind wir weiter nach Hofsós gefahren. Dort haben wir uns erst mal den sportlichen Aktivitäten zugewandt, nachdem wir vergeblich im Supermarkt nach Aufbackbrötchen und Nutella gesucht haben, dafür haben wir leckere Smartie-Kekse gefunden. Das Schwimmbad in Hofsós ist super. Es ist ein einfaches Bad, wie auch in Sauðárkrókur, aber die Aussicht ist einfach der Hammer. Wenn man dort so seine Bahnen zieht, schaut man aufs Meer und es wirkt, als könne man einfach im Meer weiter schwimmen, wenn das Becken zu Ende ist. Dies würde ich allerdings keinem empfehlen, da ich denke, dass das Meer so ungefähr 25° kälter ist. Also lieber im Schwimmbad bleiben und nach ein paar Bahnen, den heißen Hotpot genießen, der einfach nur zur Entspannung dient. Es war so entspannend, dass wir ein wenig zu lange im Hotpot waren, sodass ich dann in der Dusche/Umkleide einen kleinen Abstecher in die Traumwelt gemacht habe, woher ich aber nach kurzer Zeit und einigen Schlücken Wasser wieder zurück gekehrt bin. Als Jónína sich von dem Schock langsam erholt hatte, während ich schon wieder fit völlig fit war, haben wir dann einen Spaziergang in Hofsós gemacht.
Zunächst gab es aber noch was zur Stärkung aus dem Supermarkt. Ein kleiner Laden, wie Krammers Hannah, aber immerhin hat das Dorf einen Laden. Wir sind zuerst runter zum Hafen gegangen, haben uns dort auf eine Bank gesetzt und gegessen und gequatscht. Die Zeit verflog zwar wieder wie im Flug, aber dennoch wurde uns auf Dauer kalt und wir haben uns in Bewegung gesetzt. Hofsós ist ein kleiner Handelsort, 30km nördlich von Sauðárkrókur, hier befindet sich das Isländische Emigrationszentrum, welches wie viele Museen auch seit September Winterpause hat. Das Emigrationszentrum erzählt die Geschichte von Tausenden Emigranten, die sich ab Beginn des 19. Jhs. In der Hoffnung auf ein besseres Leben auf den Weg in die Neue Welt machten, wo die Lebensumstände aber meist genauso schlecht waren. Wir haben das Zentrum also nur von aussen gesehen und sind dann noch weiter durchs Dorf, vor allem am Meer entlang gewandert. Es ist ein sehr schöner Ort, in dem man denke ich schön wohnen kann, vor allem das Schwimmbad reizt natürlich, ausserdem hat es einen Laden und eine Tankstelle, was hier schon einiges bedeutet.
Hofsós vom Hafen aus (schwarze Häuser = Emigrationszentrum)
Die Felsen am Ufer des Meeres sind sehr beeindruckend und man muss durchaus etwas mutig sein, um sich dorthin zu trauen, die Treppe runter ist nicht für jeden was, aber es lohnt sich und man kann super schöne Fotos machen. Leider haben meine Batterien schlapp gemacht und ich konnte nicht so viel fotografieren, wie ich eigentlich wollte.
Für die Kirche hats dann aber noch gereicht, es ist eine sehr schöne Kirche, sie steht relativ alleine und was ich persönlich schön finde ist, dass sie nicht von einem Zaun und Friedhof umgeben ist. An meine Lieblingskirche ( ich nenne sie Barbiekirche, sie sieht aus wie ein Puppenhaus) kommt sie aber nicht ran.
Nach über vier Stunden in Hofsós haben wir uns dann langsam auf den Rückweg gemacht und dabei laut Tótis "Of Monsters and Men" CD gehört. Es ist echt Wahnsinn, ich bin an dem Tag ca. 60Km gefahren und auf dem ganzen Kilometern sind mir nicht mehr als 20 Autos begegnet. In Hofsós haben wir bis auf im Supermarkt und Schwimmbad auch nur zwei Menschen gesehen, ebenfalls Touristen.
Mein Bett :)
Abends bin ich bei Jónína geblieben, was haben wir gemacht? Gequatscht, Musik gehört, Fotos angeschaut und gegessen, der Abend ging viel zu schnell rum und wir haben keine Ahnung wie lange wir wach waren, auf jeden Fall aber zu lange, wenn man in einer Wohnung mit zwei kleinen Jungs schläft :D
Aber wir habens gemeistert!
Was heute an meinem Geburtstag so passiert ist? Wartet es ab, dazu gibt es erst morgen einen Post, schließlich ist mein Geburtstag noch nicht rum!


P.S.: Habe wieder einen Filmtipp hinzugefügt!

Samstag, 5. Oktober 2013

Akureyri – die Hauptstadt des Nordens

Am Mittwoch habe ich Seightseeing in Akureyri gemacht. Tóti musst mit Hjördis zum Arzt und ich bin mitgefahren. Aus diesem Grund waren wir auch schon um halb 10 da und es war dementsprechend noch nicht viel los.
Kirche von Akureyri
Ich habe mir dann erst mal die Kirche angeschaut und den super Panoramablick von der Kirche über die Stadt genossen. Dann bin ich, obwohl es die ganze Zeit genieselt hat in den botanischen Garten gegangen. Er ist sehr schön angelegt und es gibt viele bunte Blumen, erwartet man ja nicht unbedingt hier oben im Norden. Im Sommer ist es auf jeden Fall eine super Gelegenheit für einen Spaziergang und ich werde dort auch noch mal vorbei schauen, wenn im Frühjahr/Sommer alles blüht. Von dort bin ich in die Altstadt gegangen, hier sind viele alte Häuser (sagt ja auch der Name), aber die sind alle bunt und es sieht einfach niedlich aus und wenn man dort entlang läuft ist es eine super entspannte Atmosphäre. Auch dem Nonni-Haus habe ich einen Besuch abgestattet, aber das Museum hatte bereits Winterpause. Die Älteren kennen vielleicht Nonni, es war ein seher berühmter Film in den Achtzigern glaube ich, der vor allem in Deutschland berühmt war, der Autor selbst hat ebenfalls jahrelang in Deutschland gelebt, glaubt Tóti zumindest.
Nach dem Spaziergang brauchte ich erst einmal ne Pause, ich habe mich in das blaue Haus, was nach der Stadt Paris benannt ist, in das Kaffe Bláa Kannan (dt. blauer Kaffepott) gesetzt. Dort habe ich Mittaggegessen und die zuvor gekauften Postkarten von Akureyri geschrieben.
Haus Paris
Nun hatte es auch endlich aufgehört zu regnen und ich bin in die Listasafn gegangen. Das ist ein Kunstmuseum, wo vor allem isländische Künstler der Neuzeit ihre Werke ausstellen, das war auch das einzige Museum, was ich bis jetzt gefunden habe, was das ganze Jahr über geöffnet hat. Nach der kleinen Kunsteinheit habe ich einen Spaziergang zum Hof gemacht, das ist das Theater-/Opern-/Musikhaus und von dort aus bin ich den Hafen entlang gelaufen und dann zurück durch ein Wohngebiet. Dort habe ich tatsächlich Weihnachtsmänner vor den Häusern gefunden, ich glaube die stehen dort das ganze Jahr.
Ich habe auch eine Eisdiele entdeckt und da ich noch eine halbe Stunde Zeit hatte, dachte ich mir, jetzt musst du auch mal auf Island ein Eis essen und habe mir in der Eisdiele ein leckeres Eis gegönnt.
Ich habe in diesen 5 Stunden eigentlich das wichtigste von Akureyri gesehen und ich muss sagen, es ist eine sehr schöne Stadt und es lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall. Nächstes Mal werde ich aber dann auch das Shoppingcenter testen :D
Das Besondere an Akureyri sind vor allem die Herzen. In ganz Akureyri herrscht Liebe :)
Überall kann man Herzen entdecken, die Ampeln haben rote Herzen und überall in den Ladenfenstern kleben rote Herzsticker. Woher kommt das?
Altstadt
Alles hat im Jahr 2008 mit dem jährlichen Familienfestival angefangen. Die roten Herzen in den Ampeln sollten die Menschen an die Verkehrsregeln erinnern, die Werte der Familie sollten wieder in den Vordergrund gerückt werden und es sollte einfach mehr Liebe gezeigt werden. Nach diesem Festival und der schweren Finanzkrise entschied man sich dann die Herzen überall zu lassen, um positive Gedanken und Optimismus in den Herzen der Menschen zu wecken. Die Kampagne "Lächle mit deinem Herzen" hat ihre Nachricht viel weiter getragen, als jemals erahnt wurde. Im November 2008 kam dann der Höhepunkt, gegenüber von Akureyri (die Seiten sind vom Meer getrennt) wurde ein rotes Herz in der Größe eines Fussballfeldes erstellt. Dieses Herz gibt es immer noch, mittlerweile sind die Lampen rot und jedes Jahr fängt es am 1.Advent an zu leuchten bis in den April hinein.
Love is in the air
Blumenkohllbumen :D

Das älteste Haus der Stadt



Hafen




Hof

Bei dem Ausblick trainiert jeder freiwillig im Fitnessstudio

Das Monster von Akureyri :)

Dienstag, 1. Oktober 2013

Mein Islandpulli!

Ich habe zwar erst Sonntag Geburtstag, aber ich weiss trotzdem schon, was ich bekomme. Ich bekomme einen Islandpullover. Darauf freue ich mich schon, weil die sind einfach super schön und vor allem richtig warm. 
 
Eigentlich wollte Helga mir einen stricken, aber die schafft es in nächster Zeit nicht, deswegen sind wir heute zu einer anderen Dame gefahren. Sie wohnt alleine und so wie das Haus aussieht strickt sie den ganzen Tag. Überall liegt Wolle und auf dem Tisch im Wohnzimmer lagen drei angefangene Sachen. Sie macht das auch richtig als Geschäft, da sie aufgrund ihres Rückens nicht mehr arbeiten kann.
Gibt die Pullis auch in Übergrößen :D
Ich bin dann dort hingegangen und sie hat mir erst mal 7 Hefte hingelegt mit Beispielen, da waren echt schöne bei, auch ziemlich Moderne. Erst wollte ich einen bunten und ziemlich Modernen nehmen, aber dann hat sie mir noch andere Modelle gezeigt, als ich die angeschaut hatte, habe ich mich entschlossen doch einen eher traditionellen Pulli zu nehmen, also in Naturfarben und mit klassischem Muster, schließlich ist das mein erster Pulli, welcher ja auch ein typischer Islandpulli sein soll. Obwohl ich ganz konsequent doch nicht bleiben konnte, weil ich lieber eine Strickjacke wollte, als einen Pulli, die kann man dann auch gut überziehen, wenn man eben nach draussen möchte. Aber bei dem Muster habe ich mich doch für ein klassisches entschieden, ebenso wie die Farben. Er wird beige mit dunkelbraunem und weißem Muster. Ich hoffe der ist nicht zu hell für mich. Die Dame und Sigga meinten aber dunkler geht das nicht. Ich lass mich mal überraschen und hoffe einfach dass der super wird.
Jetzt bin ich nur noch gespannt, wie lange die Dame wohl braucht. Als Sigga mich gefragt hatte und es noch hieß, dass Helga den macht, wurden zwei Wochen angesetzt. Nun macht aber die Dame ihn und ich könnte mir vorstellen, dass sie so einen Pulli in wenigen Tagen fertig hat, ist nur die Frage, wie viele Bestellungen sie noch hat. Ich hoffe nicht allzu viele. Ich möchte am liebsten den fertigen Pulli schon Sonntag haben. :)
Aber ich glaube von dem Gedanken sollte ich mich erstmal entfernen.
Sonst ist heute nicht viel passiert, ich hab das Übliche gemacht und ich war unten im Supermarkt und habe Postkarten gekauft (Mal schauen, wer bald eine im Briefkasten findet :P).
Von gestern kann ich noch erzählen, ich hatte nämlich wider erwarten einen super angenehmen Abend. Ich musste Babysitten und diesesmal komplett alleine, auch die Oma war nicht angekündigt. Als Tóti sich fürs Basketballtraining fertig gemacht hat, waren die Kids total aufgedreht und die Mädels auf Krawall gebürstet, sodass er mich noch gefragt hat, ob er vielleicht das Training abblasen solle. Ich sagte dann, muss er nicht das kriegen wir schon irgendwie hin. Nachdem er gegangen ist, war auch alles super. Die Mädels haben sich ohne Probleme fertig gemacht, nur das Zähneputzen ist nicht so gut angekommen, aber das haben wir dann auch gemeistert. Während ich Eymi fertig gemacht habe, das dauert durchaus eine halbe Stunde, hat Þórgunnur Hjördis ein Buch vorgelesen. Als auch Eymi im Bett lag, ist Hjördis noch einmal rausgekrochen, sie hat dann ein bisschen Wasser getrunken und ist direkt wieder eingeschlafen. Um viertel vor 9 saß ich im Schaukelsessel und konnte in Ruhe Fernseh schauen. Sigga kam um Viertel nach Neun Uhr und war sehr erstaunt, dass kein Kind mehr wach war, sie hatte eigentlich damit gerechnet, dass die noch nicht schlafen, bzw. zumindest Hjördis solange wach bleibt, bis die geliebte Mama nach Hause kommt, aber so war es nicht. Ich hab es gemeistert, die Kids ins Bett zu bekommen und das nach fünf Wochen ohne Probleme. Laut den Eltern ist dies eher selten für ein AuPair. Tóti meinte nur, jetzt könnten die ja jeden Abend weggehen, wenn ich das so ohne Probleme geschafft habe, da habe ich mich aber dann doch gegen gewehrt :D
Einmal die Woche reicht, schließlich kommen bestimmt auch noch schlechte Abende.
Aus diesem Grund wünsche ich euch allen noch einen schönen Abend, ich hoffe meiner wird genauso entspannt und vor allem ruhig, wie der gestrige.

Montag, 30. September 2013

Wochenende - Part 2 :)

Nachdem wir Samstag Abend dann gut gegessen, gingen wir dann los. Zunächst sind wir zu Siggi gefahren. Die Wohnung gehört unverkennbar einem jungen Mann. Deko gab es überhaupt nicht! Das Wohnzimmer bestand aus einer Couchgarnitur, einem Tisch, Fernseher, Musikanlage, Tisch (stand an der Wand, auf ihm stand nur der Papagei), Regal (war fast komplett leer, beherbergte nur ein wenig Kram/Müll). Man kann sagen, eine sehr spartanisch eingerichtete Bude. Es waren ca. 20 Menschen dort, einige sympatischer, andere etwas gewöhnungsbedürftig. Von den Namen, die genannt wurden sind in meinem Kopf maximal noch fünf vorhanden. Mein Namensgedächtnis ist ja eh schon nicht das Beste und dann sind das auch immer noch so komische Namen.
Was habe ich gelernt dort? Mein Name ist überhaupt nicht deutsch, Jónína und ich haben total isländische Namen und die denken wahrscheinlich auch über uns nur, was für komische Deutsche, die isländische Namen haben.
Gegen Mitternacht war dann Aufbruchstimmung und wir haben uns auf den Weg zur Reithalle gemacht. Riesenveranstaltung, mit Liveband! Am Eingang gab es wie oft in Deutschland auch Stempel auf die Hand, aber hier sind die durchaus cooler. Es gab nämlich keine nervigen Stempel, die auch drei Tage später und stundenlangem schrubben noch auf der Haut sind, sondern Schwarzlichtstempel. Den Stempel hat man nur mit Hilfe von Schwarzlicht gesehen, sodass man keinen sichtlichen Abdruck auf der Haut hat.
Was aber dafür ziemlich komisch war, es gab keinen Alkohol zu kaufen. Ansich eine gute Idee, wenn man den extremen Alkoholkonsum vermeiden möchte, dies ist aber nicht so. Es darf nämlich jeder seine Getränke selber mitbringen. Die Leute kamen also mit Rucksäcken und Plastiktüten und haben sich dann an die Tische gesetzt und ihre Getränke ausgepackt, das war ziemlich komisch, aber irgendwie auch witzig und so konnte auch jeder das trinken, wozu er bock hat.
Die Musik war ganz gut, aber es ist schon komisch, wenn man kein Wort versteht, von dem was gesungen wird und tanzen ist dann auch etwas schwieriger. Vor allem wenn alle um einen herum das Lied mitgröllen und völlig eskalieren und man einfach keine Ahnung hat, weil man das Lied noch nie zuvor gehört hat. Ab und zu, vor allem zum Schluss kamen aber dann auch bekanntere Stücke und wir konnten noch ordentlich tanzen.
Um halb 4 wurde dann das Licht angemacht und die Leute wurden langsam rausgeschmissen.
Wir sind dann noch weiter mit zu Jonathan gefahren, der in einem Hobbithaus wohnt, wie die Freunde es bezeichnet haben. Das Hobbithaus ist eigentlich eine Garage, die er sich als 1-Zimmer-Wohnung plus Bad umgebaut hat. Für einen jungen Typen glaub ich ganz cool, ich möchte da trotzdem nicht drin wohnen, eventuell, wenn es etwas schöner eingerichtet wäre. Dort haben wir dann noch eine Stunde eine "After-Party" veranstaltet, die aber wie gewöhnlich eher in rumhängen endet, weil einem dann doch so langsam die Müdigkeit überkommt. Wir haben uns dann auch um kurz nach 5 verabschiedet und Jónína hat mich noch heimgefahren.
Heut morgen habe ich dann ausgeschlafen, aber trotz Kinderruhe konnte ich nicht so lange schlafen und bin um halb zwölf aufgestanden. Bis zum späten Nachmittag war ich dann alleine und habe aufgrund von Müdigkeit auch nicht so viel gemacht, ausser Essen, Trinken (Kaffee!) und "Hart of Dixie" schauen.
Trotz Müdigkeit am Sonntag war es ein sehr schönes Wochenende :)


Das Licht ist an, die Party ist vorbei!

Die Skyline von Sauðákrókur bei Nacht

Sonntag, 29. September 2013

Wochenende :) - Part 1

Draussen ist es schon lange dunkel, ich bin müde und am liebsten würde ich schon im Bett liegen, aber ich dachte mir, eigentlich könnte ich auch noch schnell einen neuen Eintrag übers Wochenende schreiben. Dies war nämlich super!
Siggis Haustier und einzige Deko im Haus
Freitag Abend dachte ich eigentlich ich müsste Babysitten, da dieses Wochenende so etwas ähnliches wie Pferdetrieb hier in der Gegend war und das ein Riesenevent ist. Freitagabend auf jeden Fall war dann in der Reithalle hier eine Reitshow bei der auch Tóti mitgeritten ist. Sigga war dort um zuzuschauen. Als sie gegangen sind, habe ich gefragt, wann denn Þórgunnur nach Hause kommen würde, sie war noch nicht da und da hieß es, die kommt nicht, die ist auch das ganze Wochenende weg, somit hatte ich frei. Ich habe es mir dann auf dem Sofa gemütlich gemacht, aber es kam erst um 10 Uhr ein einigermaßen interessanter Film, sodass ich mir mal die DVD-Sammlung hier im Haus vorgenommen habe. Hm, das Ergebnis war ernüchternd, es gibt wenn ich sehr offen bin maximal 7 Filme, die ich mir anschauen würde. Ich habe mich dann erst mal für Mamma Mia entschieden, weil das Musical macht durchaus immer Spaß. Dabei habe ich Eis gegessen und mir Mikrowellen – Popcorn gemacht, dies war aber leider gesalzen, sodass ich ganz viel Puderzucker drüber kippen musste, damit es mir schmeckt :D Hat dann auch geschmeckt, aber ich muss sagen, es war durchaus komisch abend alleine in einem Haus zu sein, welches eine durchgehende Fensterfront hat und zu wissen, wenn man im Bett liegt, dass die Haustür offen ist, aber das ist normal hier und ich kann ja schlecht abschließen, wenn noch wer nachts reinmöchte.
Nachtleben von Sauðárkrókur
Gestern Morgen herrschte dann absolute Katerstimmung hier und ich glaube es war beabsichtigt, dass die Kids nicht da sind, weil nach dem Frühstück um 10 sind die beiden wieder ins Bett gegangen und sind auch erst gegen 1 wieder rausgekommen. Währenddessen war ich schon unten in der Stadt, um Jónína ihre Schuhe zu kaufen, die sie am Donnerstag in dem Laden entdeckt und lieben gelernt hat.
Gegen Abend kam Jónína dann zu mir. An diesem Abend war dann der Ball in der Reithalle, dazu später mehr.
Sigga hatte mir vorher schon gesagt, dass sie Freunde aus Schweden zum Essen bekommen, wir aber gerne mitessen dürften, dieses Angebot haben wir dann auch gerne angenommen. Da wir die ganze Zeit in meinem Zimmer waren, haben wir von den Vorbereitungen nicht so viel mitbekommen und als wir ins Ess-/ Wohnzimmer kamen, waren wir etwas erschrocken. Es war richtig edel, das gute Geschirr war auf dem Tisch, Kerzenleuchter, Wein und Canapés. Alles ganz schick. Es gab dann auch leckeren Lammbraten und richtig leckeren Nachtisch, ein Traum.
Hier mache ich jetzt Schluss, wie es dann Abends auf der Party war, könnt ihr morgen lesen. Ich finde es nur selber immer doof einen Blogeintrag zu lesen, der so ewig lang ist und somit habe ich mich entschieden, diesen Eintrag in zwei Teile zu splitten und an zwei Tagen zu veröffentlichen.
Gute Nacht oder wie man hier sagt Goðan nótt!
Jónína und Ich :)



Freitag, 27. September 2013

Entdeckt Island!!!

Ich lebe nun schon seit einem Monat hier auf Island, in einem Land voller Gegensätze, Überraschungen und Geheimnissen. 
Ihr könnt entweder dank meines Blogs dabei sein, oder selbst vorbei kommen, hier ist es nämlich wunderschön und man fühlt sich in dieser Vulkanlandschaft manchmal in die Urzeit zurück versetzt. 
Ich war zwar bis jetzt noch nicht da, aber hoffentlich bald. An den dünnen Stellen der Erdkruste, wo brodelnde und dampfende Löcher uns den Blick ins Innere unseres schönen Planeten gewähren. Diese waren im Mittelalter für die Menschen bedrohlich und fremd, sie erklärten es als Teufelswerk und Eingang zur Hölle. Heute wissen die Isländer diese zu nutzen. Die Lava dient als Baumaterial, die Erdenergie wird in Strom umgewandelt und das heiße Wasser wärmt Häuser und Schwimmbäder. Man kann sagen, die Isländer haben gelernt auf dem Vulkan zu tanzen.
Die Natur ist die Lebensgrundlage der Menschen, sie wissen viel und versuchen alles so gut wie möglich aus der Natur zu produzieren, wobei diese aber so wenig wie möglich beschädigt werden soll. Neben der Energie, die aus dem Wasser der vielen Gletscherflüsse und der Erdwärmer der Vulkaninsel gewonnen wird, ist es vor allem der Fischfang, der die wirtschaftliche Basis darstellt. Auch hier gilt, es wird nur mit bedacht gefischt, sodass die Natur nicht zu sehr leidet.
Im Jahr 874 lässt sich Ingólfur Arnarson dauerhaft in Island nieder, nachdem die ersten Versuche des Norwegers Flóki 865 scheiterten. Ihm schien das Land zu unwirklich und eisig, er gab ihm auch dem Namen Island (Eisland). 
930 wurde in Þingvellir der unabhängige isländische Freistaat ausgerufen. Es war die "goldene Zeit" in der das Land eine kulturelle Blüte erlebte.
Siebzig Jahre später wurde das Christentum angenommen. Dann begannen 1262 finstere Zeiten. Der norwegische König wird als Monarch anerkannt, bis 1380 Norwegen, und somit auch Island an Dänemark fallen. Daraufhin wurde der freie Handel eingeschränkt und etliche Naturkatastrophen verwüsteten das Land und vernichteten Mensch und Vieh. 
1550 wurde der letzte katholische Bischof, Jón Arnason geköpft und Dänemark erhält auch den Kirchenbesitz. Das kulturelle Leben in Island kam zum Stillstand. 1602 begann die wirtschaftliche Verelendung des Landes, diese Zeit hat zur Folge, dass das Verhältnis zu den Dänen, die sie als Kolonialmacht erlebten, noch lange eisig und auf Hass beruhte, noch heute wissen die Kinder, zumindest Eymi genau über die Zeit bescheid und er sagt sogar noch, dass viele Isländer immer noch eine Abneigung gegen Dänemark und Dänen haben.
Erst 1904 löste Hannes Hafsteinn den dänischen Gouverneur ab, als erster isländischer Minister.
Nach einem fast 100 Jahre dauernden Kampf um Unabhängigkeit gelang es ihnen, diese 1944 endlich endgültig zu erlangen. In diesem Jahr wurde die Republik in Þingvellir ausgerufen. 
Während andere europäische Länder unter dem zweiten Weltkrieg litten, profitierte Island von ihm, vor allem dank der amerikanischen Besatzung. Die Ringstraße und der internationale Flughafen wurden gebaut, Reykjavík wuchs, eine Verschiebung von der Landwirtschaft zur Fischindustrie begann, Musik und Autos verhalfen dank der Amerikaner Island den Sprung zur Neuzeit zu meistern. Dennoch blieb die Angst vor einer neuen Kolonialzeit bestehen. Diese gab es aber gott sei dank nicht, die Amerikaner katapultierten Island aus dem Mittelalter in die Neuzeit. 
1993 tratt das Land dem EWR bei. Nach mehreren Jahren der stetig wachsenden Wirtschaft, fällt Island 2008 dann in die große Finanz- und Bankenkrise, die das Land an den Rand des Staatsbankrotts bringt. Nach Jahren der Vollbeschäftigung gab es Arbeitslosigkeit und hohe Inflationsraten. 
2010 folgt eine weitere Katastrophe, der Vulkan Eyjafjallajökull bricht aus und seine Aschewolke legt viele Tage den europäischen Flugverkehr lahm. 
2011 scheint es, dass sich das Land erholt hat und die Tunnelprojekte wurden beendet. Die Tunnel verlaufen unterhalb des Meeres und vollenden die Ringstraße im Westen Islands. 
Ganzjährig kommen Besucher ins Land, im Sommer locken drei helle Monate, in denen kaum jemand zu schlafen scheint. Die Natur explodiert und auch das Hochland erwacht dank pinkfarbener Blumenkissen des Stängellosen Leimkrauts zum Leben. Die tiefstehende Sonne lässt die Gletscher immer wieder anders und verzaubert erscheinen. Während der langen Winternächte verzaubern dann die tanzenden, magischen und mythischen Nordlichter dem Besucher den Urlaub. 
Damit ich all dies erleben darf, bin ich einfach ein mal ein ganzes Jahr hier :)
Island ist ein Land der Stille, oft hat man das Gefühl nichts weiter zu hören, als die Geräusche der Natur, das Rauschen des Meeres oder der Wasserfälle oder das vielstimmige Singen der Vögel, obwohl diese sich in diesen Tagen von der Insel verabschieden und in Richtung Süden ziehen. Die Kunst ist stark von dieser Natur und Geschichte geprägt. 
Auf der anderen Seite gibt es auch die junge und lebendige Kulturszende, die sich international etabliert hat, beeindruckend sind die vielen Multitalente des Landes. 
Doch letztlich muss ich sagen, ist es einfach die überwältigende Natur, deren Zauber mich hier in den Bann zieht.