Freitag, 11. Oktober 2013

Die Post ist da!


Als ich mir diese Überschrift überlegt habe, ist mir diese Kindersendung von früher in den Kopf gekommen. Wo es den Postsong gab. Kennt ihr noch "Blau und Schlau"? Fand ich als Kind schon ziemlich albern, vielleicht war ich auch einfach nur schon zu alt dafür, aber nun gut, für alle, die jetzt nur Bahnhof verstehen, hier könnt ihr euch informieren, welchen Song von "Blau und Schlau" ich meine.
Ich muss aber gestehen, ich freue mich momentan genauso wie er über die Post beziehungsweise zelebriere das Aufmachen auch immer so, es ist einfach schön und man muss es genießen.
Gestern, kurz bevor ich mich selber auf den Weg zur Post machen wollte, kam sie nämlich, die Post :)
Und?!
Ja, es war ein Brief für mich dabei. Da ich aber schon angezogen war, konnte ich mich zusammenreißen und bin erst zur Post gelaufen und habe meine zwei Postkarten eingeschmissen. Als ich zu Hause war, konnte ich dann aber nicht mehr warten und der Brief musste aufgemacht werden. Sofort! Danke für den Brief!
Von meinem Paket ist leider immer noch nichts zu sehen, ich hoffe es kommt nächste Woche, sonst wirds langsam echt spät und ich weiss nicht, ob ich dann noch Hoffen mag.
Naja, wir warten mal ab. 
 
Gestern ist was ziemlich witziges passiert. Tóti ist schon nach Reykjavík gefahren, da er übers Wochenende wieder in Schweden ist, ich glaube dort arbeitet er manchmal und da ich diese Woche schon einmal abends auf die Kids aufgepasst hatte, ist Siggadora gekommen, um mich zu unterstützen. Sie hat sich dann um Hjördis gekümmert, während ich die zwei Großen genommen habe. Als ich fertig war, dachte ich mir, wo ist denn Siggadora? Ich schaute dann in das Zimmer und sie ist wohl beim Vorlesen für Hjördis eingeschlafen. Erst habe ich überlegt sie zu wecken, aber dann dachte ich mir, was solls, lass sie schlafen. Mich habe ich dann aufs Sofa verpflanzt und eine Romanze (Last night) eingeschaltet. Der Film war echt gut und ich wollte den auch umbedingt schauen. Aber auch ich war so müde, dass ich auf dem Sofa eingeschlafen bin. Nach einer halben Stunde bin ich dann aufgewacht, Siggadora war aber immer noch am schlafen. Ich habe mich dann langsam bettfertig gemacht und mir überlegt, was ich nun mache. Um zehn hat dann plötzlich das Telefon geklingelt und Siggadora ist aufgewacht. Dies fande ich super, weil irgendwie wusste ich echt nicht, was ich machen sollte, aber so hatte sich das Problem von allein gelöst.
Trotzdem war die Nacht zu kurz, keine Ahnung warum ich immer so müde bin.
Heute morgen hatte Eymi dann Aua am Fuß und durfte zu Hause bleiben, ich würde es auch als faules Fieber bezeichnen, aber nun gut, bei Eymi ist das kein Problem, wenn er mal einen Tag hier ist, er ist am einfachsten von den Kids.
Morgens war Jónína noch da, sie musste hier Einkaufen und ist vorher auf einen kurzen Besuch vorbei gekommen. Danach haben Eymi und ich Lego gebaut. Zuerst haben wir das Haus von Haggrit aus Harry Potter gebaut und danach das Schloss/den Tempel vom Prince of Persia. Es war ganz witzig, aber irgendwie ging das früher mit kleineren und dünneren Fingern doch um einiges einfacher :D
Um Eymi auch nachmittags nochmal vom PC wegzubekommen, habe ich ihn dann, nachdem wir Schokokuchen gegesssen haben, den Helga vorbeigebracht hatte, zu einem Spaziergang überreden können. Ausserdem hatte ich noch eine Postkarte, welche unbedingt noch vorm Wochenende in den Flieger wollte und ich auch noch mal an die frische Luft wollte. Wir sind also gemeinsam zur Post gegangen, er hat mir wieder etwas über die Geschichte von Island erzählt, dieses Mal über die Schafe, es ist echt Wahnsinn, was er alles über sein Land weiss, aber ich glaube das ist hier normal. Einfach, weil die Isländer so stolz auf ihr Land sind. Bei der Post angekommen, wollte sich die Postkarte fast schon alleine auf den Weg nach Deutschland machen, aber ich habe sie doch noch schnell einfangen können. Zum Glück war der Wind nicht so stark wie gestern, das wäre echt gefährlich geworden und ich weiss nicht, ob sie den weiten Flug übers Meer geschafft hätte. Danach wollte ich eigentlich Schoki in der Tanke kaufen, aber Eymi wollte nicht :(
So, das waren meine beiden Tage, momentan sitze ich mit Eymi und Hjördis vor dem Fernseher und schaue Kindertv :)
Euch einen schönen Abend und eine gute Nacht!

Mittwoch, 9. Oktober 2013

ICELAND – lovely home

Seit sechs Wochen bin ich nun hier auf der Insel. Es ist jetzt mein zu Hause, ich habe eine zweite Familie gefunden, eine neue sehr gute Freundin und ich kenne mich mittlerweile hier im Norden schon bestens aus. Die Sprachkenntnisse lassen zwar immer noch auf sich warten, aber dennoch kann ich sagen, ich bin angekommen. Ich habe mein Heimweh der letzten Tage vorerst überwunden und blicke nun voller Vorfreude und Optimismus auf die kommenden Wochen und Monate.
Diesen Post möchte ich einem Buch widmen, welches Jónína mir am Sonntag ausgeliehen hat. Es ist ein super Buch, es ist so schön geschrieben, dass man es in einem Zug durchlesen kann. Das Buch trägt den Titel "Iceland – lovely home" und porträtiert vierzehn deutsche Frauen, die ihren Traum leben und nach Island gezogen sind. Es ist sehr interessant zu lesen, welche Beweggründe dahinter stecken, welche Wege oder auch Irrwege erst gegangen werden mussten und welche Probleme hier in Island auf sie gewartet haben. Es sind sehr berührende und persönliche Geschichten von starken Frauen.
Einige dieser Probleme habe sogar ich schon bemerkt, obwohl ich auf eine andere Art und Weise hier bin, ich bin nur auf Zeit hier, meine Tage sind gezählt und ich kann mich immer wieder damit trösten zu wissen, irgendwann bist du wieder in Deutschland und alles wird wieder leichter. Ein Knackpunkt, von dem viele dieser Frauen erzählen ist, dass in Island die Familie über alles steht. Dies habe ich selber bereits in meiner Familie gemerkt, jeder hilft jedem und man sieht sich sehr oft. Was aber auch dazu führt, dass viele Freundschaften innnerhalb der Familie geführt werden und für Aussenstehende, welche nicht von Island kommen, es oft schwer ist richtige Freunde zu finden, ohne eine Familie im Hintergrund.
Ein anderer Punkt, den mir dieses Buch noch einmal ins Bewusstsein gerufen hat, ist die Gelassenheit dieses Volks. Das beste Beispiel mein Sprachkurs, es sind genügend Teilnehmer vorhanden, aber er kann nicht starten, weil kein Lehrer gefunden wird. Würde es so etwas in Deutschland geben?
Normalerweise nicht, es wird nur dann ein Sprachkurs angeboten, wenn man auch Lehrkräfte hat. Hier ist es anders, oft heißt es, wir schauen mal, wir können es auch noch morgen machen. Die Spontanität ist hier sehr groß, es kann auch sein, dass die Leute einfach eine halbe Stunde später kommen, weil ihnen noch irgendetwas eingefallen ist, was sie auch noch eben schnell erledigen könnten. Diese Spontanität kann man eigentlich ganz leicht durch die Wetterverhältnisse erklären. Es kann sein, dass heute die Sonne scheint und morgen ein starker Schneesturm kommt, das kann keiner planen und dann muss man eben schauen, dass man was anderes macht, beziehungsweise, dann sitzt man manchmal auch an einem Ort fest und kann nicht weg. Es liegt wohl in der Natur der Islänger nicht zu weit im Vorraus zu planen, man weiss schließlich nie, was morgen ist. Was will man dagegen machen, damit muss man leben. Diese Gelassenheit ist bei mir aber noch nicht angekommen und wird sie wahrscheinlich auch nicht, ich plane lieber im Vorraus und das Wetter muss dann einfach mitspielen :D
Was in diesem Buch deutlich wird, ist, dass wenn man hier lebt offen und naturverbunden sein sollte. Der meist wichtigste Beweggrund der Frauen hierherzuziehen war, dass sie hier eine wunderschöne und einzigartige Natur vorfinden, die von allen geschützt wird! Den Isländern ist die Natur heilig und man merkt immer wieder, wie darauf geachtet wird, der Natur möglichst wenig zu schaden (Müll am Straßenrand sieht man eigentlich gar nicht) und ein Leben in Einklang mit der Natur zu führen.
Die Frauen erzählen oft, dass sie hier Ruhe und Gelassenheit finden, vieles ist hier viel entspannter und entschleunigter, als in Deutschland. Es ist nicht schlimm, wenn man nicht alles an dem einen Tag schafft, es wird einfach auf den nächsten Tag verschoben, gerade im Sommer, wenn es fast ununterbrochen hell ist, hat man viel Zeit, um Vieles zu erledigen, was eventuell liegen geblieben ist.
Ebenso erzählt aber auch eine Frau, dass sie hier mehr bewirken kann, als beispielsweise in Deutschland. Hier ist sie eine von 300.000 und nicht eine von 80 Millionen. Ihre Stimme und ihre Taten bewirken viel mehr, als sie es in Deutschland tun würden. Sie arbeitet in der Kunstszene und sagt, es ist leichter hier eine Vernisage zu gestalten. Es gibt nicht so viele Andere und man kennt sich irgendwie untereinander.
Dieses Buch hat mir einfach super gefallen und ich habe es gerne gelesen und kann die Geschichten immer und immer wieder lesen. Es sind faszinierende Frauen.
Dennoch wird mir auch immer mehr klar, umso länger ich hier bin, dass ich nicht zu den rund 800 deutschen Frauen hier auf Island zählen möchte. Ich freue mich wenn es wieder nach Hause geht (vorraussichtlich am 20./21.7) :)!
Obwohl ich dann auch hier wieder ein Stück zu Hause zurücklassen werde, aber Jónína kommt ja erst mal mit mir nach Deutschland!
Bis dahin vergehen aber noch einige Stunden und ich genieße meine Tage hier, den Winter, den Sommer, die Ausflüge mit Jónína und den Besuch aus der Heimat!

P.S.: Das Buch wurde unter anderem von dem Islandforum mitfinanziert, in dem ich auch ab und an zu finden bin. Es ist ein Forum, wo man vieles über Island, erfährt, vor allem nützliche Tips zum Leben und Reisen auf Island. Wer also vor hat mich zu besuchen oder einfach mal so hier Urlaub zu machen, kann sich dort viele gute Hinweise holen. 

Dienstag, 8. Oktober 2013

Mein Paket!

Heute gibt es mal eine Fotostory, viel Spaß ;)


Nun ist es zehn Uhr und ich ziehe mich warm an, denn draussen schneit es. Normal wäre ich wahrscheinlich nicht nach draussen gegangen, es ist so kalt, aber ich habe gestern meinen Abholschein für das Päckchen bekommen. Also auf geht's zur Post. Ich bin schon ganz neugirieg, wäre der Weg zur Post doch nur nicht so weit.

Oh, ich kann die Post schon sehen. Jetzt noch schnell über die Straße, den Abholschein aus der Tasche gezückt und ab geht's zum Postschalter.

Hier ist es drin. Mein Päckchen, aber was war das grad in der Post. Das Päckchen hat einen ganz anderen Absender als erwartet. Das ist ja gar nicht das von Mama und Papa. Ich habe schon etwas gestaunt, eine sehr große Überraschung.

Endlich zu Hause, aber Mist, die Wäsche muss aufgehängt werden. Okay, erst die Arbeit dann das Vergnügen. Ausserdem ist es bestimmt gut, sich in Geduld zu üben.

Wäsche ist aufgehangen, bzw. in den Trockner geschmissen worden, jetzt kann es losgehen. Die Nervosität steigt!

Erstmal wird es von aussen betrachtet und begutachtet.

Das Paket ist immer noch zu, es muss erst für die Foto-Session herhalten.

Endlich, es ist offen! Was da wohl drin ist?

Erkennt ihr schon was? Ich kann noch nichts erahnen. Aber ich freue mich schon!

Uiuiuiuiui :) :) Eine ganz liebe Postkarte, warme Socken, ein Schutzengel, welcher seinen Platz schon auf meiner Fensterbank gefunden hat und ganz viel kleine und vor allem leckere Schokolade :) Die wird erstmal getestet, schmeckt auch nach langer Reise super. Jetzt muss ich mich nur zusammenreißen und nicht alles auf einmal essen, sonst hab ich morgen nichts mehr :-/

 Danke für das Paket!!

Jetzt bitte alle die Daumen drücken, dass das Paket von zu Hause auch noch ankommt, welches schon drei Tage länger auf der Reise ist!

Montag, 7. Oktober 2013

Happy Birthday

Gestern war es soweit, ich hatte Geburtstag. Ich muss zugeben bereits in Deutschland habe ich mich nicht auf diesen Tag hier gefreut. In einem fremden Land, bei einer fremden Familie, wo man noch nicht lange ist, kann es ganz schön anders sein, als zu Hause. So wie man es gewohnt ist und wie man es mag, wirde es wohl kaum werden, vor allem nicht, wenn man erst so kurze Zeit, wie ich hier bin. Dies war mir bewusst, aber trotzdem habe ich mich auf meinen Geburtstag gefreut. Schließlich begann gestern ein neues Jahrzehnt für mich. Nun habe auch ich die zwei vorne stehen. Wie habe ich nun meinen Geburtstag auf isländisch gefeiert.
Zunächst ziemlich deutsch! Wie ihr eventuell aus meinem vorherigen Post entnommen habt, habe ich mit Jónína in meinen Geburtstag reingefeiert. Es war sehr schön, nicht alleine zu sein, ausserdem durfte ich dann bereits nachts mein erstes Geschenk entgegennehmen. Einen Gutschein fürs shoppen downtown :D Danke Jónína, nicht nur fürs Geschenk, sondern auch fürs ganze Wochenende.
Nachdem wir dann noch lange gequatscht haben, wurden wir dann morgens, nicht gerade spät von den zwei kleinen Rackern geweckt, die in Jónínas AuPair-Familie leben. Es war aber nicht ganz so schlimm, ausserdem sind die beiden Jungs auch ziemlich süß, was dann einiges wieder weg macht. Zum Frühstück gab es dann extra für mich Brötchen, Nutella und gekochte Eier. Mein Brötchen war sogar mit einer Kerze versehen. Das war das erste Mal, dass ich ein Geburtstagsbrötchen mit Kerze bekommen habe.
Als wir dann ein schönes deutsches Frühstück genossen durften, haben wir das super Wetter ausgenutzt. Es hatte zwar nachts leider nicht geschneit, was ich mir eigentlich sehr gewünscht hatte, aber die Sonne hat geschienen und es war ein herrlicher Herbsttag. Wir haben einen Spaziergang durch den Wald hinter der Uni gemacht und viele schöne Fotos mit Jónínas guter Kamera gemacht. Es war einfach nur wunderschön, wie die Landschaft aussah bei dem Sonnenlicht. Hier ist es sowieso immer wieder faszinierend, wie sich die Landschaft verändert, sobald die Lichtverhältnisse anders sind. Jedesmal sieht es anders aus.
Kein Schnee, aber immerhin Eis
Gegen Mittag bin ich dann langsam nach Hause gefahren, schließlich dachte ich mir vielleicht macht meine Familie ja auch noch was für mich an meinem Geburtstag. Es war leider nicht so wie erhofft. Mir wurde am Nachmittag deutlich, dass den Isländern nicht viel an Geburtstagen liegt, dies hatte ich bereits an Eymis Geburstag gemerkt, aber irgendwie habe ich doch noch gehofft, dass mein Geburtstag vielleicht ein bisschen mehr gefeiert wird, als wie ein ganz normaler Tag. Nun gut, wenn es hier nicht üblich ist, dann muss ich das akzeptieren, schließlich bin ich ja hier, um eine andere Kultur erleben zu dürfen.
Abends habe ich dann noch geskypt und Geburtstagswünsche entgegennehmen dürfen, es war sehr schön.
Meinen Isländerpulli habe ich leider noch nicht bekommen, er ist anscheinend wohl noch nicht fertig. Auch das Paket von zu Hause kann ich erst morgen von der Post abholen, aber ich freu mich schon riesig darauf und kann es gar nicht abwarten, morgen zur Post zu gehen.
Im Großen und Ganzen war mein Tag in Ordnung, vor allem der Morgen war schön, aber es ist einfach was anderes, wenn man zu Hause mit seiner Familie feiern darf. Darauf freue ich mich nächstes Jahr schon sehr. Also haltet euch alle den 6.10.14 frei, da feier ich meinen Geburtstag und zwar richtig mit leckerer Torte und Kuchen, mit Kaffe und Sekt.
Gestern Abend hätte ich wahrscheinlich gesagt, es war der zweitschlimmste Geburtstag meines Lebens, aber heute einen Tag später sehe ich es nicht mehr so. Er zählt nicht zu meinen Lieblingsgeburtstagen, aber dennoch war er etwas Besonderes, schließlich habe ich ihn in Island erleben dürfen, was wahrscheinlich nicht mehr so schnell wieder passiert.

An dieser Stelle möchte ich mich noch mal bei allen bedanken, die an mich gedacht haben, die mir geschrieben haben, die mit mir geskypt haben oder die mir persönlich gratuliert haben. Danke!!!



Sonntag, 6. Oktober 2013

Great day in Hofsós :)!

Gestern war Sport und Seigthseeing in Hofsós angesagt.
Nachdem ich eine halbe Stunde als geplant losgefahren bin, da Siggadora sich verspätet hat und ich Hjördis ja schlecht alleine lassen konnte, habe ich mich auf den Weg nach Hólar gemacht, um Jónína einzusammeln.
Schwimmen bei Temperaturen um den Gefrierpunkt
Gemeinsam sind wir weiter nach Hofsós gefahren. Dort haben wir uns erst mal den sportlichen Aktivitäten zugewandt, nachdem wir vergeblich im Supermarkt nach Aufbackbrötchen und Nutella gesucht haben, dafür haben wir leckere Smartie-Kekse gefunden. Das Schwimmbad in Hofsós ist super. Es ist ein einfaches Bad, wie auch in Sauðárkrókur, aber die Aussicht ist einfach der Hammer. Wenn man dort so seine Bahnen zieht, schaut man aufs Meer und es wirkt, als könne man einfach im Meer weiter schwimmen, wenn das Becken zu Ende ist. Dies würde ich allerdings keinem empfehlen, da ich denke, dass das Meer so ungefähr 25° kälter ist. Also lieber im Schwimmbad bleiben und nach ein paar Bahnen, den heißen Hotpot genießen, der einfach nur zur Entspannung dient. Es war so entspannend, dass wir ein wenig zu lange im Hotpot waren, sodass ich dann in der Dusche/Umkleide einen kleinen Abstecher in die Traumwelt gemacht habe, woher ich aber nach kurzer Zeit und einigen Schlücken Wasser wieder zurück gekehrt bin. Als Jónína sich von dem Schock langsam erholt hatte, während ich schon wieder fit völlig fit war, haben wir dann einen Spaziergang in Hofsós gemacht.
Zunächst gab es aber noch was zur Stärkung aus dem Supermarkt. Ein kleiner Laden, wie Krammers Hannah, aber immerhin hat das Dorf einen Laden. Wir sind zuerst runter zum Hafen gegangen, haben uns dort auf eine Bank gesetzt und gegessen und gequatscht. Die Zeit verflog zwar wieder wie im Flug, aber dennoch wurde uns auf Dauer kalt und wir haben uns in Bewegung gesetzt. Hofsós ist ein kleiner Handelsort, 30km nördlich von Sauðárkrókur, hier befindet sich das Isländische Emigrationszentrum, welches wie viele Museen auch seit September Winterpause hat. Das Emigrationszentrum erzählt die Geschichte von Tausenden Emigranten, die sich ab Beginn des 19. Jhs. In der Hoffnung auf ein besseres Leben auf den Weg in die Neue Welt machten, wo die Lebensumstände aber meist genauso schlecht waren. Wir haben das Zentrum also nur von aussen gesehen und sind dann noch weiter durchs Dorf, vor allem am Meer entlang gewandert. Es ist ein sehr schöner Ort, in dem man denke ich schön wohnen kann, vor allem das Schwimmbad reizt natürlich, ausserdem hat es einen Laden und eine Tankstelle, was hier schon einiges bedeutet.
Hofsós vom Hafen aus (schwarze Häuser = Emigrationszentrum)
Die Felsen am Ufer des Meeres sind sehr beeindruckend und man muss durchaus etwas mutig sein, um sich dorthin zu trauen, die Treppe runter ist nicht für jeden was, aber es lohnt sich und man kann super schöne Fotos machen. Leider haben meine Batterien schlapp gemacht und ich konnte nicht so viel fotografieren, wie ich eigentlich wollte.
Für die Kirche hats dann aber noch gereicht, es ist eine sehr schöne Kirche, sie steht relativ alleine und was ich persönlich schön finde ist, dass sie nicht von einem Zaun und Friedhof umgeben ist. An meine Lieblingskirche ( ich nenne sie Barbiekirche, sie sieht aus wie ein Puppenhaus) kommt sie aber nicht ran.
Nach über vier Stunden in Hofsós haben wir uns dann langsam auf den Rückweg gemacht und dabei laut Tótis "Of Monsters and Men" CD gehört. Es ist echt Wahnsinn, ich bin an dem Tag ca. 60Km gefahren und auf dem ganzen Kilometern sind mir nicht mehr als 20 Autos begegnet. In Hofsós haben wir bis auf im Supermarkt und Schwimmbad auch nur zwei Menschen gesehen, ebenfalls Touristen.
Mein Bett :)
Abends bin ich bei Jónína geblieben, was haben wir gemacht? Gequatscht, Musik gehört, Fotos angeschaut und gegessen, der Abend ging viel zu schnell rum und wir haben keine Ahnung wie lange wir wach waren, auf jeden Fall aber zu lange, wenn man in einer Wohnung mit zwei kleinen Jungs schläft :D
Aber wir habens gemeistert!
Was heute an meinem Geburtstag so passiert ist? Wartet es ab, dazu gibt es erst morgen einen Post, schließlich ist mein Geburtstag noch nicht rum!


P.S.: Habe wieder einen Filmtipp hinzugefügt!

Samstag, 5. Oktober 2013

Akureyri – die Hauptstadt des Nordens

Am Mittwoch habe ich Seightseeing in Akureyri gemacht. Tóti musst mit Hjördis zum Arzt und ich bin mitgefahren. Aus diesem Grund waren wir auch schon um halb 10 da und es war dementsprechend noch nicht viel los.
Kirche von Akureyri
Ich habe mir dann erst mal die Kirche angeschaut und den super Panoramablick von der Kirche über die Stadt genossen. Dann bin ich, obwohl es die ganze Zeit genieselt hat in den botanischen Garten gegangen. Er ist sehr schön angelegt und es gibt viele bunte Blumen, erwartet man ja nicht unbedingt hier oben im Norden. Im Sommer ist es auf jeden Fall eine super Gelegenheit für einen Spaziergang und ich werde dort auch noch mal vorbei schauen, wenn im Frühjahr/Sommer alles blüht. Von dort bin ich in die Altstadt gegangen, hier sind viele alte Häuser (sagt ja auch der Name), aber die sind alle bunt und es sieht einfach niedlich aus und wenn man dort entlang läuft ist es eine super entspannte Atmosphäre. Auch dem Nonni-Haus habe ich einen Besuch abgestattet, aber das Museum hatte bereits Winterpause. Die Älteren kennen vielleicht Nonni, es war ein seher berühmter Film in den Achtzigern glaube ich, der vor allem in Deutschland berühmt war, der Autor selbst hat ebenfalls jahrelang in Deutschland gelebt, glaubt Tóti zumindest.
Nach dem Spaziergang brauchte ich erst einmal ne Pause, ich habe mich in das blaue Haus, was nach der Stadt Paris benannt ist, in das Kaffe Bláa Kannan (dt. blauer Kaffepott) gesetzt. Dort habe ich Mittaggegessen und die zuvor gekauften Postkarten von Akureyri geschrieben.
Haus Paris
Nun hatte es auch endlich aufgehört zu regnen und ich bin in die Listasafn gegangen. Das ist ein Kunstmuseum, wo vor allem isländische Künstler der Neuzeit ihre Werke ausstellen, das war auch das einzige Museum, was ich bis jetzt gefunden habe, was das ganze Jahr über geöffnet hat. Nach der kleinen Kunsteinheit habe ich einen Spaziergang zum Hof gemacht, das ist das Theater-/Opern-/Musikhaus und von dort aus bin ich den Hafen entlang gelaufen und dann zurück durch ein Wohngebiet. Dort habe ich tatsächlich Weihnachtsmänner vor den Häusern gefunden, ich glaube die stehen dort das ganze Jahr.
Ich habe auch eine Eisdiele entdeckt und da ich noch eine halbe Stunde Zeit hatte, dachte ich mir, jetzt musst du auch mal auf Island ein Eis essen und habe mir in der Eisdiele ein leckeres Eis gegönnt.
Ich habe in diesen 5 Stunden eigentlich das wichtigste von Akureyri gesehen und ich muss sagen, es ist eine sehr schöne Stadt und es lohnt sich ein Besuch auf jeden Fall. Nächstes Mal werde ich aber dann auch das Shoppingcenter testen :D
Das Besondere an Akureyri sind vor allem die Herzen. In ganz Akureyri herrscht Liebe :)
Überall kann man Herzen entdecken, die Ampeln haben rote Herzen und überall in den Ladenfenstern kleben rote Herzsticker. Woher kommt das?
Altstadt
Alles hat im Jahr 2008 mit dem jährlichen Familienfestival angefangen. Die roten Herzen in den Ampeln sollten die Menschen an die Verkehrsregeln erinnern, die Werte der Familie sollten wieder in den Vordergrund gerückt werden und es sollte einfach mehr Liebe gezeigt werden. Nach diesem Festival und der schweren Finanzkrise entschied man sich dann die Herzen überall zu lassen, um positive Gedanken und Optimismus in den Herzen der Menschen zu wecken. Die Kampagne "Lächle mit deinem Herzen" hat ihre Nachricht viel weiter getragen, als jemals erahnt wurde. Im November 2008 kam dann der Höhepunkt, gegenüber von Akureyri (die Seiten sind vom Meer getrennt) wurde ein rotes Herz in der Größe eines Fussballfeldes erstellt. Dieses Herz gibt es immer noch, mittlerweile sind die Lampen rot und jedes Jahr fängt es am 1.Advent an zu leuchten bis in den April hinein.
Love is in the air
Blumenkohllbumen :D

Das älteste Haus der Stadt



Hafen




Hof

Bei dem Ausblick trainiert jeder freiwillig im Fitnessstudio

Das Monster von Akureyri :)

Dienstag, 1. Oktober 2013

Mein Islandpulli!

Ich habe zwar erst Sonntag Geburtstag, aber ich weiss trotzdem schon, was ich bekomme. Ich bekomme einen Islandpullover. Darauf freue ich mich schon, weil die sind einfach super schön und vor allem richtig warm. 
 
Eigentlich wollte Helga mir einen stricken, aber die schafft es in nächster Zeit nicht, deswegen sind wir heute zu einer anderen Dame gefahren. Sie wohnt alleine und so wie das Haus aussieht strickt sie den ganzen Tag. Überall liegt Wolle und auf dem Tisch im Wohnzimmer lagen drei angefangene Sachen. Sie macht das auch richtig als Geschäft, da sie aufgrund ihres Rückens nicht mehr arbeiten kann.
Gibt die Pullis auch in Übergrößen :D
Ich bin dann dort hingegangen und sie hat mir erst mal 7 Hefte hingelegt mit Beispielen, da waren echt schöne bei, auch ziemlich Moderne. Erst wollte ich einen bunten und ziemlich Modernen nehmen, aber dann hat sie mir noch andere Modelle gezeigt, als ich die angeschaut hatte, habe ich mich entschlossen doch einen eher traditionellen Pulli zu nehmen, also in Naturfarben und mit klassischem Muster, schließlich ist das mein erster Pulli, welcher ja auch ein typischer Islandpulli sein soll. Obwohl ich ganz konsequent doch nicht bleiben konnte, weil ich lieber eine Strickjacke wollte, als einen Pulli, die kann man dann auch gut überziehen, wenn man eben nach draussen möchte. Aber bei dem Muster habe ich mich doch für ein klassisches entschieden, ebenso wie die Farben. Er wird beige mit dunkelbraunem und weißem Muster. Ich hoffe der ist nicht zu hell für mich. Die Dame und Sigga meinten aber dunkler geht das nicht. Ich lass mich mal überraschen und hoffe einfach dass der super wird.
Jetzt bin ich nur noch gespannt, wie lange die Dame wohl braucht. Als Sigga mich gefragt hatte und es noch hieß, dass Helga den macht, wurden zwei Wochen angesetzt. Nun macht aber die Dame ihn und ich könnte mir vorstellen, dass sie so einen Pulli in wenigen Tagen fertig hat, ist nur die Frage, wie viele Bestellungen sie noch hat. Ich hoffe nicht allzu viele. Ich möchte am liebsten den fertigen Pulli schon Sonntag haben. :)
Aber ich glaube von dem Gedanken sollte ich mich erstmal entfernen.
Sonst ist heute nicht viel passiert, ich hab das Übliche gemacht und ich war unten im Supermarkt und habe Postkarten gekauft (Mal schauen, wer bald eine im Briefkasten findet :P).
Von gestern kann ich noch erzählen, ich hatte nämlich wider erwarten einen super angenehmen Abend. Ich musste Babysitten und diesesmal komplett alleine, auch die Oma war nicht angekündigt. Als Tóti sich fürs Basketballtraining fertig gemacht hat, waren die Kids total aufgedreht und die Mädels auf Krawall gebürstet, sodass er mich noch gefragt hat, ob er vielleicht das Training abblasen solle. Ich sagte dann, muss er nicht das kriegen wir schon irgendwie hin. Nachdem er gegangen ist, war auch alles super. Die Mädels haben sich ohne Probleme fertig gemacht, nur das Zähneputzen ist nicht so gut angekommen, aber das haben wir dann auch gemeistert. Während ich Eymi fertig gemacht habe, das dauert durchaus eine halbe Stunde, hat Þórgunnur Hjördis ein Buch vorgelesen. Als auch Eymi im Bett lag, ist Hjördis noch einmal rausgekrochen, sie hat dann ein bisschen Wasser getrunken und ist direkt wieder eingeschlafen. Um viertel vor 9 saß ich im Schaukelsessel und konnte in Ruhe Fernseh schauen. Sigga kam um Viertel nach Neun Uhr und war sehr erstaunt, dass kein Kind mehr wach war, sie hatte eigentlich damit gerechnet, dass die noch nicht schlafen, bzw. zumindest Hjördis solange wach bleibt, bis die geliebte Mama nach Hause kommt, aber so war es nicht. Ich hab es gemeistert, die Kids ins Bett zu bekommen und das nach fünf Wochen ohne Probleme. Laut den Eltern ist dies eher selten für ein AuPair. Tóti meinte nur, jetzt könnten die ja jeden Abend weggehen, wenn ich das so ohne Probleme geschafft habe, da habe ich mich aber dann doch gegen gewehrt :D
Einmal die Woche reicht, schließlich kommen bestimmt auch noch schlechte Abende.
Aus diesem Grund wünsche ich euch allen noch einen schönen Abend, ich hoffe meiner wird genauso entspannt und vor allem ruhig, wie der gestrige.