Freitag, 23. Mai 2014

Es muss nicht unbedingt die Blaue Lagune sein!

Námaskarð
Nach dem Erkunden des Mývatns sind wir noch zum Námaskarð gefahren. Es ist ein Solfatarenfeld am Berg Námafjall. Dort gibt es viele brodelnde und dampfende Schwefelquellen, die weder zu übersehen noch zu überriechen waren. Bis zu 100° heiß können die Schlammtöpfe sein, es ist aber vorsicht geboten, da hellen Stellen leicht einbrechen können.
Hier wird schon seit Jahrhunderten Schwefel abgebaut und eine Lagune gibt es auch.
Sie ist im Grunde die Blaue Lagune nur in klein! Viel ruhiger, da sie nicht so berühmt ist und nicht Busweise Touristen angekahrt werden und um einiges günstiger.
Wer also auch in der Umgebung vom Mývatn Urlaub macht, sollte lieber einen Abstecher in diese Lagune als in die Blaue machen. Ebenfalls gibt es dort ein Restaurant und die Möglichkeit Massagen dazu zu buchen. Also dasselbe nur in klein und ruhig.
Man badet auch hier in türkisblauem, mineralhaltigem Wasser, welches zum Träumen einlädt. Beim relaxen wird man von Lava umgeben und hat einen wunderschönen Ausblick auf die Vulkane.

Mitten im Nirgendwo beginnt dann die Gravel Road
Nach einer Stunde Entspannung haben wir uns langsam auf den Rückweg gemacht, es war auch schon 20:30h und wir hatten noch 3h Fahrt vor uns. Zurück ging es den selben Weg, über Schotterpiste und schneebedeckte Berge. Nach der Hälfte der Strecke haben wir dann Pause in Húsavík gemacht, um dort etwas zu Essen.
Húsavík ist ein sehr schöner Fischerort, der im Sommer vor lauter Touristen explodiert, da er berühmt für seine Walbeobachtungstouren auf alten restaurierten Eichenbooten ist und dort befindet sich auch ein sehr großes Walmuseum.
Nach dem kleinen Zwischenstopp ging es weiter und es wurde einsam. Ab Húsavík begegnet man sehr selten Autos und als wir wieder etwas höher gefahren sind, wurde es dann ganz schön nebelig. Der Nebel war echt krass, man konnte wirklich nichts mehr sehen, auch konnte man nicht wirklich erahnen, ob gleich eine rechts oder doch eine links Kurve kommt. Somit hat sich die Strecke natürlich noch ein bisschen in die Länge gezogen, aber um halb 12 waren wir dann k.o., aber auch voller neuer Eindrücke wieder zurück. 
 
Húsavík
Sonntagmorgen, wer hätte es gedacht, ging es natürlich erst einmal wieder in den Schafsstall :)
Die neuen Lämmchen mussten schließlich angeschaut werden und gestreichelt werden. Ich glaube, wenn ich auf einer Farm wohnen würde, wäre ich den Großteil der Zeit momentan im Stall, vor allem, weil bald sind alle Lämmchen schon wieder weg. Anfang/Mitte Juni werden die Schafe nämlich in die Sommerferien entlassen. Sie werden dann bis zum Rand des Hochlands gebracht und von da an sind sie für die 3 Sommermonate auf sich allein gestellt. Die Lämmchen kommen natürlich auch direkt mit, sodass die Schafsställe im Sommer ganz verlassen sind.
Diese beiden Lämmchen sind nur wenige Minuten alt :)
Das Hochland ist für die Schafe kein Problem, es ist für sie ein Paradies. Es gibt so viel unberührte Natur und viele Pflanzen, die es hier unten nicht gibt. Die meisten Schafe bleiben in einer Gegend des Hochlands, aber es kann auch manchmal sein, dass vereinzelte Schafe das ganze Hochland durchqueren. Im letzten Jahr hatte zum Beispiel Einar, der Bruder von Sigga beim Schafsabtrieb auch ein Schaf aus dem Süden zwischen seinen. Dieses Schaf hat also in den drei Sommermonaten einmal das Hochland von Süden nach Norden durchquert. Das passiert aber eher seltener.
Da ist es schon häufiger, das Schafe im Hochland umkommen, aufgrund von Schneestürmen oder Erdspalten, die das Schaf unterschätzt hat. Leider schaffen es auch viele Lämmchen nicht, aber das ist der normale Selektionsprozess der Schafe hier auf Island. Welches Schaf das Hochland nicht schafft, dass braucht man auch nicht, um Nachkommen zu produzieren.

In die Kamera schauen ist unwichtig :D



Ab in den Atlantik!
Nach dem Besuch im Schafsstall haben wir uns warm angezogen und sind mit den Mädels zum Strand gegangen. Sie haben einen eigenen Stand an der Farm.
Dort gibt es auch viel größere und schönere Muscheln, als bei mir im Fjörd, also habe ich mir direkt schöne gesucht und nun habe ich schöne, große Muscheln in meinem Zimmer. Leider war das Wetter nicht so schön, aber mit Gummistiefeln war es kein Problem, also ging es ab ins Meer :)
Abgeholt wurden wir dann von Katja und ihrem Mann mit dem Pickup abgeholt und wir haben es uns auf der Ladefläche bequem gemacht und sind ne Runde über die Farm und Schafswiese gefahren.
Danach hieß es aber bald Abschied nehmen und auf ins Auto für die 4,5h Rückfahrt.
Die Rückfahrt war nicht so schön, es war nebelig, hat geregnet und ab und zu auch geschneit, sodass ich viel Zeit mit schlafen, Musik hören und stricken verbracht habe.


Ei von Wildvögeln: Der Geschmack war ähnlich wie von einem Hühnerei, aber das Eiweiß war gruselig, ganz milchig!

 Es war mal wieder ein sehr schönes, aber auch anstrengendes Wochenende, an dem ich viel erlebt habe. :)

meine neue Deko:)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen